Der Verständigungsschlüssel


Schau mal, was der spricht

In der Kommunikation von Mensch und Hund treffen zwei Typen aufeinander, die unterschiedlicher nicht sein können. Die Hauptkommunikationsquelle des Menschen ist die Sprache und die des Hundes ist die Handlung, welche keine Zweifel offenlässt. Quatschkopf trifft also auf Handelnden. Daraus resultieren viele Missverständnisse.

Die gespaltene Zunge

Akustisch bittest du deinen Hund zu dir zu kommen. Körpersprachlich sagen alle deine Handlungen aber genau das Gegenteil – noch einen Schritt und es knallt. Das erzeugt im Hund einen enormen Konflikt. Dabei greift er immer auf seine Ursprünglichkeit zurück und stellt die körpersprachlichen Signale vor die Akustik. Seine Reaktion ist sehr eindeutig, er kommt eben nicht oder nur zögerlich und sehr unsicher.

In die andere Richtung funktioniert das genauso. Du bittest deinen Hund über die Lautsprache zu bleiben, doch deine Körpersprache lädt ihn zum Mitgehen ein. Dein Blick zieht in fast in dich hinein und alle körperlichen Türen stehen weit geöffnet. Er wird eben nicht bleiben, sondern dir folgen.

Fremdsprachen

Das Bild lässt sich sehr gut über die beiden Verliebten beschreiben, die am Strand mit weit ausgebreiteten Armen aufeinander zulaufen und sich doch nicht treffen. Kennst du das? Oder anders ausgedrückt, dein Hund spricht perfekt polnischlibanesisch und du türkischrückwärts – ihr versteht euch einfach nicht!

Die Lösung

Eine Überwindung dieser Barriere ist sehr einfach: weniger quatschen, mehr handeln! Das ist einfacher gesagt als getan, sind wir doch ein Mensch und der Hund eben ein Hund. Das ist ganz wunderbar so und soll auch genau so bleiben. Weder ist es sinnvoll aus dem Menschen einen halben Hund zu machen noch andersherum. Jeder sollte vielmehr seine Stärken und auch seine Schwächen wechselseitig in diese schöne Verbindung einbringen.

Der Hund tut das schon. Er beobachtet dich und erkennt schon lange, bevor du bewusst handelst an kleinsten Veränderungen, was du als nächstes tun wirst. Für uns Grobmotoriker sieht das oft übersinnlich aus. Diese tolle Fähigkeit wird dann gern esoterisch erklärt, was dem Hund gegenüber in keiner Weise gerecht wird. Da stülpt der Mensch gerade wieder seine Bewertung über den Hund.

Geschwindigkeit

Dazu sind die Handlungen des Hundes immer blitzschnell, kompromisslos und ohne Diskussionen, somit meist viel zu schnell für unser menschliches Auge. Diese Handlungen unterstützt er auch noch mit kleinsten, ganz sensitiven Signalen. Da stellen sich zum Beispiel seine Barthaare plötzlich im Winkel von 90 Grad auf und er rollt nicht mehr von seinen Ballen zum Zeh ab, sondern stellt sich vom Zeh zum Ballen auf. Was passiert da gerade? Jetzt öffnet sich noch leicht sein Fang und er reckt den Kopf in Richtung deines Körpers, seine Augen werden dabei ganz fest. Total nett wie er so auf dich zukommt, oder doch nicht?

Schaust du dir zum Beispiel genau diese oben von mir beschriebene Bewegung einmal in Zeitlupe an, wird auch für dein Auge schnell sichtbar, worum es ihm wirklich geht.

Wer führt da, die Leine oder du?

Aus meiner Sicht muss der Hund ganz oft (da wo es möglich ist und individuell auf den Hund angepasst) frei laufen können. Warum? Nur so wird es dir möglich sein ihn auch wirklich über deine Person sicher zu führen und ihn nicht nur über die Leine zu begrenzen. Auf der anderen Seite kann er nur so locker im natürlichen Gleichgewicht gehen.

Dazu ist es auch ein physikalisches Kräftespiel was da täglich stattfindet. Der Hund zieht und du ziehst dagegen und zwar musst du dazu die gleiche Kraft aufwenden, mit der dein Hund von dir wegzieht. Diese Kräfte addieren sich und es wirkt sehr schnell eine enorme Kraft auf den Hundekörper, welche sein System in eine Dysbalance bringt, wobei es in diesem Bereich völlig unerheblich ist ob er Halsband oder Geschirr trägt. Dieses körperliche Ungleichgewicht führt nicht nur zu Fehlhaltungen, sondern ist auch dafür verantwortlich, dass der Hund mental aus dem Lot fällt. Innen und außen gehören zusammen. Läuft der Hund im außen schief, kann er im inneren nicht gerade stehen. Diese Einheit von Körper und Geist ist ein wichtiges Glied bei der inneren Einstellung des Hundes zu seinem Menschen. Hier gilt es ihn zu entlasten, damit er sich harmonisch, seiner Art entsprechend, anschließen kann.

Fazit

Möchtest du deinen Hund sicher führen, solltest du ihn auch verstehen. Dieses Verständnis erreichst du im ersten Schritt über eine wertfreie Beobachtung seiner gesamten Körpersprache. Daraus kannst du dann schnell ableiten worum es ihm wirklich geht. Betrachtest du das Verhalten davor und das danach, wirst du über eine Vergleichbarkeit vieler solcher Aktionen schnell die Mitte erkennen können. Genau diese Verhaltensmitte ist so wichtig, um ihn zu unterstützen.

Nimm dir 30 – 45 Minuten Zeit. Wir lernen uns kennen und ich zeige dir was genau ich damit meine und wie du es ganz einfach umsetzen kannst. Hier unter der Rubrik Start kannst du deinen Ersttermin buchen:

 

Bis bald…

Herzliche Grüße Kai

„Führung braucht Vertrauen“

2 Antworten auf Der Verständigungsschlüssel

  1. Renate Heine sagt:

    Lieber Kai,
    bin begeistert und komme gern mit Cali am 27. und 28.April
    nach Obercarsdorf.
    LG Renate

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.