Dein Hund alleine zu Hause


Hundetrainer Dresden Kai Hartmann Hund bleibt nicht alleine

(K)EIN GROSSES DING

„Mein Hund bleibt nicht alleine zu Hause“  ist ein immer größer werdendes Thema für viele Hundehalter geworden und folgt gleich nach der Leinenführigkeit. Was kannst du tun, damit auch dein Hund problemlos alleine zu Hause bleibt?

Du wirst deinem Hund über drei einfache Schritte sehr gut vermitteln können, dass er sich zu Hause entspannen kann, auch wenn du einmal ohne ihn das Haus verlässt. Diese drei ersten Schritte bilden die grundsätzliche Basis, egal ob bei einem jungen Hund oder bei einem älteren Hund mit unbekannter Vorgeschichte.

Auf diesem Fundament kannst du später weiter aufbauen. Dabei geht es dann wirklich um die Individualität deines Hundes. Hier gibt es niemals ein: „es geht nur so“! Vielmehr muss es ein sowohl als auch sein. Dem einem Hund hilft ein eindeutiges Ritual ganz wunderbar, während es den anderen Hund eher verunsichert. Das hat auch im wesentlichen Kern etwas mit deiner persönlichen Bewertung dieser Situation zu tun. Also, wie geht es dir dabei gewisse Dinge umzusetzen?

DREI EINFACHE SCHRITTE

1.Schritt

Dieser hat erst einmal noch gar nichts mit dem Verlassen der Wohnung zu tun. Verfolgt dich dein Hund häufig innerhalb deiner vier Wände, dann solltest du das unterbinden. Denn wenn er nicht allein in einem anderen Raum sein kann, obwohl du gar nicht weg bist, wird es ihm ganz ohne dich erst recht nicht gelingen entspannt zu bleiben. Fängt dein Hund an dir ständig zu folgen, wirst du ihn in diesem Fall  körpersprachlich blockieren, also sein folgen verhindern. Dabei wirst du ihn nicht ansprechen und unter Signal stellen und nichts von ihm fordern (Du verwendest kein Sitz, Platz, Bleib, geh in dein Körbchen), du begrenzt nur kompromisslos seinen Bewegungsradius. Anschließend  nimmst den Blick weg vom Hund (suche dir dazu einen Fixpunkt, zum Beispiel ein Bild oder schaue aus dem Fenster), zähle langsam bis drei und du gehst. Nach deiner Rückkehr wirst du den Hund ebenfalls nicht ansprechen, sondern verhältst dich neutral. Es ist doch etwas ganz normales, das du dich ohne ihn in deiner Wohnung bewegst, oder?

2. Schritt

Akzeptiert dein Hund diese situative Begrenzung nicht, bringst du ihn wieder zu der Stelle zurück, wo er aufgestanden ist. Er muss also nicht in sein Körbchen und er muss auch nicht Sitz, Platz oder Bleib machen. Dazu empfehle ich dir ein Hilfsmittel, welches sehr sinnvoll ist und welches du nur so lange benötigst, bis der Hund dich verstanden hat. Das ist ein Halsband und eine Hausleine. Eine Hausleine ist eine leichte Leine von 2,5 Meter Länge ohne Ösen und Karabiner; es geht auch ein Stück Strick. Binde die Leine  an das Halsband und mache am Ende einfach einen Knoten in den Strick. Folgt dein Hund dir nun wieder, gehst du zum Ende der Leine, trittst darauf oder nimmst diese in die Hand und blockierst somit wieder sein Weggehen. Erst jetzt nimmst du mit ihm Kontakt auf, sprichst ihn an mit Auweia, mein liebes Fräulein oder so, verwendest bitte aber nicht seinen Namen. Danach bringst du ihn zu dem Platz zurück, wo dein Hund vorher lag und blockierst ihn wieder körpersprachlich. Da du dabei die Leine in der Hand hast, kann der Hund dir ja nur folgen und du musst ihm nicht ins Halsband greifen (also etwas Unangenehmes in seiner Nähe tun) oder mit ihm diskutieren.

3. Schritt

Falls dein Hund sehr hartnäckig ist, bringst du ihn, wie in Schritt zwei beschrieben, zurück und kannst ihn an der Stelle, wo er aufgestanden ist (nach der körpersprachlichen Blockierung) mit der Leine anbinden und ihn so an einer erneuten „Verfolgung“ hindern. Dieser Schritt ist das Mittel der letzten Wahl, wenn du bei Schritt zwei langsam schlechte Laune bekommst oder wenn du keine Zeit hast in Schritt zwei standfest zu bleiben. Nach deiner Rückkehr kannst du diese Anbindung natürlich sofort wieder lösen.

WARUM MACHT MEIN HUND DAS?

Hunde, die nicht alleine bleiben können, folgen ihren Menschen sehr oft ständig in der Wohnung. Können also schon nicht alleine bleiben, wenn der Mensch sich innerhalb der eigenen vier Wände einmal kurzfristig entfernt. Warum soll der Hund es nun längerfristig schaffen, wenn sein Mensch sich wirklich außerhalb der Wohnung aufhält? Dafür ist der Hund nicht gemacht. Er liebt die Gemeinsamkeit und nicht die Einsamkeit. Er kann es aber lernen und je eher das für ihn ganz normal ist, umso leichter wird er sich damit tun.

Entweder verfolgt dein Hund dich, weil er glaubt etwas zu verpassen oder er hat wirkliche Verlustängste. Egal, was es ist, es ist nicht gut. Die oben beschriebenen Schritte tust du für deinen Hund. Das muss deine ganz klare innere Haltung sein. Du bist ihm eine große Stütze und es ist zu seinem Besten. Dein Hund muss die Ruhe erhalten, die er so dringend benötigt.

ABER DER MUSS DOCH RENNEN UND BEWEGUNG HABEN

Genau, das braucht dein Hund. Er braucht Bewegung und am besten mit dir gemeinsam und am besten draußen. In der Wohnung ist Entspannung angesagt. Genauso wichtig ist auch die Ruhe und da unsere Hunde einen gänzlich anderen Wach- Schlafrhythmus als wir Menschen haben, benötigen sie auch viel mehr Ruhe. In der Regel sind es täglich so 18 – 20 bis Stunden, die ihnen wirklich gut tun.

Diese Zeit ist wichtig, damit dein Hund die vielen Reize, die er mit dir gemeinsam erlebt, auch verarbeiten kann. Fehlt diese Zeit der Ruhe, fehlt auch die Zeit der Reizverarbeitung. Das führt schnell zu völlig überdrehten, bis hin zu ständig kränkelnden Hunden. Schlafentzug ist die schlimmste Art der Folter.

EINSAM ODER GEMEINSAM

Damit es für dich zum Start ganz einfach ist, empfehle ich dir zum Start eine klare Regelung. Veränderst du deinen Platz nur kurzfristig. Gehst also vom Wohnzimmer mal ins Bad oder in die Küche, dann folgt dein Hund dir nicht und du wirst ihn über die oben beschrieben drei Schritte daran hindern. Veränderst du deinen Aufenthaltsort längerfristig, gehst zum Beispiel in die Küche und bereitest ein Essen zu oder legst dich ins Bett und liest ein Buch, dann lädst du deinen Hund aktiv ein und nimmst ihn mit. An diesem Ort gilt dann wieder das gleich Prozedere, kurze Änderung deines Aufenthaltsortes, der Hund folgt dir nicht. Längere Veränderung, du nimmst deinen Hund aktiv mit.

FAZIT

Kann dein Hund nicht alleine bleiben, ist der erste Schritt immer, dass er es lernt das auszuhalten, wenn du noch in der Wohnung bist. Dabei werden dich diese oben genannten drei Schritte gut unterstützen. Danach geht es immer über eine individuelle Lösung weiter, die deinem Hund schnell Sicherheit und Ruhe bringt.

Ganz viel Erfolgt zum Schritt in die Ruhe.

Herzliche Grüße Kai

„Führung braucht Vertrauen“

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