Bewusstheit


Stärkenentfesslerin Nancy Wendler Dresden

Gastbeitag von Nancy Wendler

ENTDECKE DEIN POTENZIAL
UND ENTFESSLE DEINE STÄRKEN!

Stärken- jeder hat sie, wenige kennen sie und noch weniger identifizieren sich täglich damit. Viel zu oft konzentrieren wir uns auf die Dinge, die wir nicht so gut können und ärgern uns darüber. Oft stehen wir uns selbst im Wege, das in uns zu sehen, was uns wirklich gut liegt. Das hängt mit gesellschaftlichen und sozialen Faktoren zusammen, denn bereits in der Kindheit wurde uns vermittelt, was wir zu tun und zu lassen haben, um möglichst gut in diese Gesellschaft zu passen. Somit  haben wir den Eindruck gewonnen, nur geliebt zu werden, wenn wir  genug dafür leisten, immer freundlich sind, nicht an uns selbst denken, nicht „Nein“ sagen, etwas „Ordentliches“ lernen, und so weiter und so fort. Einhergehend mit Gedanken wie: „Was sollen denn Familie, Freunde, Kollegen, von mir denken, wenn…?“  blockieren uns diese unbewussten inneren Prägungen täglich im Handeln und hindern uns am selbstbestimmten Leben. In der Kindheit erlerntes Denken und Handeln beeinflussen uns auch im Erwachsenenalter noch stark  und selten kommen wir dazu, diese unbewussten Denkweisen aktiv zu hinterfragen.

PRÜFE DEINE UNBEWUSSTE EINSTELLUNG

Während wir die bewusste Haltung relativ schnell genau benennen können, wie Interessen, Vorlieben, Werte wie Treue, Pünktlichkeit und Verlässlichkeit, sind unbewusste Haltungen Denkgewohnheiten, Handlungsmuster, Glaubenssätze und Überzeugungen, die automatisch in bestimmten Situationen ausgelöst und nachgelebt werden. Die Frage, nach wessen Vorstellungen man da genau lebt, ob es die eigenen sind oder man fremdbestimmt ist, sollte man sich ab und zu mal wieder durch den Kopf gehen lassen. Doch das ist gar nicht so einfach und mit etwas Aufwand verbunden. Neurobiologisch betrachtet, denken wir  jeden Tag zu 90 %  das Gleiche wie gestern. Die Gewohnheiten und gewohnheitsmäßigen Gedanken haben sich im Laufe der Jahre zu großen Datenautobahnen in unserem Gehirn entwickelt und sind nicht von heute auf morgen aufzulösen. Es nützt auch nichts, wenn andere Menschen immer wieder bestätigen, wie toll du bist; wenn es selbst nicht sehen und fühlen kannst, dann wird es dich nicht weiter bringen, was andere sagen. Doch es ist möglich eine Abfahrt von der großen Datenbautobahn auf eine Seitenstraße zu nehmen und neue neuronale Pfade zu bilden. Es benötigt Geduld  und Hartnäckigkeit und am besten eine unterstützende Hilfe an deiner Seite.

LAUSCHE DEINER INNEREN STIMME

Höre deiner inneren Stimme einmal genau zu, was sie über dich selbst erzählt. Welche Monologe führt sie über dich?  Stimmt das alles tatsächlich oder gibt es Dinge, die kein korrektes Bild widergeben? Prüfe und hinterfrage, wenn du dir selbst im Wege stehst, woran es liegt. Spüre deine stärkenden Überzeugungen auf, sowie diejenigen, die dich am Vorankommen hemmen. Lenke dein Denken und Verhalten in neue Bahnen, hinterfrage deine Einstellung und bringe dich  durch bewusste Wahrnehmung in Einklang. Selbstakzeptanz und Eigenliebe lassen dich immer aufmerksamer auf deine persönlichen Stärken werden.

DEINE INDIVIDUELLE WAHRNEHMUNG

Glaubenssätze aus der Kindheit  bestimmen weitreichend unsere Wahrnehmung der Realität des heutigen Lebens. Die individuelle Wahrnehmung beeinflusst unser fühlen, denken und handeln, sowie umgekehrt.  Demzufolge wird ein und dieselbe Situation von jedem Menschen ganz individuell wahrgenommen und ist eine Folge der erlebten positiven und negativen Erfahrungen. Je bewusster wir uns der Vorgänge in uns werden, desto mehr gelingt es uns diese gezielt zu beeinflussen und das Denken und Handeln zu verändern. Dazu ist Abstand zum Problem und eine objektive Sicht sehr wichtig, um sich von der subjektiven Wahrnehmung zu befreien und Probleme aus einer anderen Sicht anzugehen. Dabei ist klar, dass nur der Mensch seine Haltung ändern kann und nicht das Problem von allein verschwinden wird.

DAS LEBEN IST ZU KURZ,
UM ALLES AUF SPÄTER ZU SCHIEBEN

Menschen vertagen Veränderungen gerne auf später und tun so, als würden sie ewig leben. Wenn du dir schon einmal Gedanken über eine Veränderung deines Lebens gemacht hast, dann ist die richtige Zeit etwas zu tun genau JETZT. Vielleicht erwischt du dich selbst dabei, wie du stets neue Ideen findest, um etwas hinauszuzögern. „Das neue Kleid kaufe ich, wenn ich 5 kg abgenommen habe; einen neuen Job suche ich mir, wenn ein passendes Angebot auf dem Markt ist; Zeit für mich nehme ich mir, wenn die Kinder aus dem Haus sind; …

MIT EINER NEUEN HALTUNG AUF ZU NEUEN WEGEN

Passen innere Haltung und erlebte Welt zusammen, dann erleben wir die Dinge als stimmig. Gibt es eine Diskrepanz, dann fühlen wir uns zunehmend gestresst. Wenn wir etwas als unangenehm empfinden, dann liegt es daran, dass unsere innere Haltung nicht zur erlebten Wirklichkeit passt, was negative Emotionen auslöst. So liegen die Auslöser dieser Emotionen zwar in der Außenwelt, die Ursache für unsere Gefühle ist jedoch in jedem selbst verankert und jedem Menschen mit einem freien Willen obliegt die Macht, über seine Einstellungen und Gedanken zu entscheiden. Wenn wir auch nicht gänzlich frei von gesellschaftlichen Regeln leben können, haben wir dennoch immer die Wahl, wie wir mit erlebten Dingen umgehen. Mit etwas Abstand können wir die Situationen gezielt durchdenken und reflektieren, um auf die eigenen unbewussten Glaubenssätze zu stoßen.

Die reine Erkenntnis über unsere Glaubenssätze bewirkt schon den ersten Schritt, bringt uns jedoch nicht weiter ohne diese Erkenntnisse in Handlungsschritte umzusetzen. Mit kleinen konsequenten Schritten wirst du dich selbst besser wahrnehmen, bewusster leben und deine eigenen Ziele erreichen. Für einen Veränderungsprozess benötigen wir immer vier Dinge:

  1. Achtsamkeit (um zu fühlen, was du brauchst und willst)
  2. Stille (um dich zu sortieren)
  3. Mut (den ersten Schritt zu machen)
  4. Erlaubnis (dir selbst diesen Schritt zuzugestehen)

IM EINKLANG

Wie wichtig nimmst du dich selbst? Gönne dir etwas, denk auch mal an dich und nimm dich ernst! Unsere innere Haltung beeinflusst also unsere Gedanken und Gefühle und folglich unser  Wohlbefinden.  Darin steckt demnach unglaublich viel Potenzial in jedem von uns, was es nur zu entschlüsseln gilt. Entfessle also deine Kräfte, indem du dich in Balance mit deiner inneren Haltung und der äußeren Welt bringst, mehr Lebensfreude gewinnst und gestärkt durch den Alltag gehst!

Deine Nancy

nancy.wendler@hundetrainer-dd.de

Quellen:
1. Stahl, Stefanie: Das Kind in dir mussHeimat finden. Verlagsgruppe RandomHouse. 2015
2. Roming, Anna: Das erlaube ich mir. Psychologie Heute, Ausgabe 1/2018
3. Daimler, R.: Das erlaube ich mir. Psychologie Heute, Ausgabe 1/2018

3 Antworten auf Bewusstheit

  1. Heijo Fescharek sagt:

    Sehr schöner und guter Text.
    Ich erlaube mir eine Anmerkung zu den “vier Dingen”:
    Ich bin der Überzeugung es sollten 6 sein.
    Bevor der Mut zum 1.Schritt gefasst wird…
    + ein klares Ziel, auch wenn “der Weg das Ziel” ist, so nimm eine bestimmte Richtung und nicht irgend eine, dein Weg entsteht dann mit dem Gehen.

    + eine klare persönliche Entscheidung mit “ich will!” Ohne “Du musst aber!”

    Danke für deinen Text.
    Liebe Grüsse
    Heijo Fescharek

  2. Nancy Wendler sagt:

    Lieber Heijo,

    vielen Dank für das aufmerksame lesen meines Textes.

    Sehr gut, eine Rückmeldung dazu zu bekommen, denn du hast völlig recht. In meinen Gedanken lag die Zielfindung in der Stille und dem sortieren der Ideen und Wünsche. Das konkret noch einmal zu benennen, ist ganz klar besser für das Verständnis des gesamten Konzepts.

    Ich stimme dir ebenso zu, dass eine willentliche und bewusste Entscheidung zur Veränderung unabdingbar für das vorankommen hin zum Ziel ist.

    Das Zugeständnis, sich diese Entscheidung in der persönlichen Lebenslage unabhängig von allen Stimmen um uns herum zu erlauben, geht damit einher.

    Vielen Dank für deine Ergänzung und Inspiration.

    Nancy

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