Das Abbruchsignal

Damit bei Ende wirklich Ende ist

Hierbei gibt es eine klare Regel: Alles, was du freigibst, kannst du auch wieder beenden. Dazu erklärst du deinem Hund ein klares Abbruchssignal wie zum Beispiel: ENDE. Auf dieses Signal wird dein Hund sich später vom Außenreiz entfernt und zu dir zurückkommt. Freigeben kannst du Räume, Wiesen, Wälder, Personen, Spielzeuge, Hunde, Büsche und vieles mehr. Für die Freigabe benötigst du auch ein Signal. Das könnte Bitteschön sein. Ein einziges Abbruchssignal ist ausreichend, um alle möglichen Handlungen zu beenden. Egal, ob Spiel, schnüffeln, rennen oder fressen.

Alles, was es bei dir generell nicht gibt und wobei dein Hund sich oder Andere gefährden könnte, gibst du vorher nicht frei und das beendest du demnach auch nicht mit dem Abbruchsignal. Dazu kann der Verzehr von Hundekot, das Zerstören deiner Möbel oder sonstiges ungehöriges Verhalten zählen, was nicht in dein Leben passt. Was für dich dazu zählt, ist ganz individuell. Das regelst nur du selber.

Der Ablauf

Den klaren Ja-Nein-Dialog erklärst du deinem Hund im ersten Schritt über Futter als Stellvertreterkonflikt für andere Reize. Das Futter steht hier symbolisch für die Katze, Rehe, Radfahrer, Jogger oder fremde Hunde. Es dient nicht der Verleitung oder das du deinen Hund damit fütterst.

Nimm einige kleinere Futterstücke, die dein Hund schnell essen kann.

Begib dich auf die Höhe deines Hundes und hock dich vor ihn hin. Sollte er dich dabei bedrängen, um an das Futter zu kommen, stellst du dich schnell wieder hin, machst dich groß, gehst einen Schritt auf ihn zu und schickst ihn so von dir weg, sodass ihr beide Platz habt.

Nun schaust du immer ein Stück Futter an und sagst dazu Bitteschön und legst es dann erst vor deinen Hund. Der darf sich das Stück Futter nehmen. Das wiederholst du drei Mal.

Das 4.Stück Futter schaust du an und sagst dazu Ende. Dann legst du es vor deinen Hund und sobald er es nehmen möchte, blockierst du das Stück Futter mit deiner Hand. Jedoch nur ganz kurz und nur so lange, wie dein Hund sich dem Futter zuwenden möchte. Dann sofort die Hand wieder lösen und das Stück Futter an der Stelle liegen lassen. Den Vorgang wiederholst du noch einmal und lässt beide Futterstücke liegen.

Anschließend gibst du deinem Hund wieder 2 Stücke Futter mit Bitteschön. Sollte er diese nicht vom Boden nehmen, dann nimmst du das Futter in die Hand und gibst es ihm ins Maul.

In der Folge kannst du jetzt Bitteschön und Ende abwechseln, so wie du möchtest.

Nimm alle mit Ende belegten Futterstücke nach dieser Runde vom Boden und verstaue sie wieder.

Wichtig

Wiederhole die Signale nicht. Setze es immer sofort um. Wenn dein Hund bei Bitteschön das Futter nicht nimmt, führst du es sofort mit deiner Hand zu seinem Maul. Keine Wiederholung. Auch beim Ende keine Wiederholung, nur handeln.

Alle Futterstücke die mit Ende belegt waren, bleiben in diesem Kontext auch wirklich tabu. Diese sammelst du wieder ein. Der Hund bekommt diese nicht.

Verhaltensweisen bei denen dein Hund sich selber oder Andere gefährdet oder die es für dich niemals gibt, belegst du nicht mit dem Abbruchsignal. Dazu benutzt du sofort deinen größten Störer. Du kannst es auch so handhaben, wie ich es hier beschrieben habe. Das ist eine gute Möglichkeit, weil sie sich nicht gegen Hund, sondern gegen das Korpus Delikti richtet. (Artikel dazu hier lesen)

Erhöhung der Schwierigkeit

Dazu kannst du dich im nächsten Schritt jetzt schon hinstellen und das Futter vor dich fallen lassen. Blockieren kannst du es hier ganz einfach, in dem du deinen Fuß davorstellst. Es ist auch möglich, dass eine andere Person den Hund das Futter reicht und du die Signale gibst. mach dabei aber ganz bewusst ganz langsam.

Handlungsschritte als Video:

Erstmal von Mensch zu Mensch:

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Und jetzt von Mensch zu Hund:

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Ziel ist es, dass dein Hund sich ganz einfach ein Stück vom Futter entfernt, das mit Ende belegt ist und es auch nicht im Nachhinein aufnimmt. Nun macht ihr eine kurze Pause und wiederholt das Spiel erneut.

Dein Hund soll später mit dem Signal Ende stets Ruhe und Ausgeglichenheit verbinden, ohne eine Erwartungshaltung zu entwickeln. Deshalb gibst du das Futter am Ende auch nicht frei, sondern steckst es weg.

Viel Erfolg

Hast du dazu noch Fragen, melde dich sofort bei mir. So können wir gemeinsam sicherstellen, dass bei Ende dann wirklich auch immer Ende ist.

In der Folge wirst du dieses Abbruchsignal auf Beute und auf alle weiteren Handlungen erweitern. Wie das genau funktioniert, besprechen wir bitte gemeinsam, wenn das Ende am Futter sitzt.

Damit du schon eine ungefähre Ahnung davon bekommst, wie das dann weitergeht, zeigen wir es dir schon einmal.

Handlungsschritte als Video:

Von Mensch zu Mensch:

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Von Mensch zu Hund:

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Hier nochmal mit Mc Dreamy:

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In der weiteren Folge kannst du das Abbruchsignal dann für alle Situationen im Alltag benutzen, die du vorher freigegeben hast. Das kann das Ende der Freizeit sein, das Begrüßen von Menschen oder zum Beispiel auch die Interaktion mit anderen Hunden.

Wie das aussehen kann, zeigen wir dir hier schon mal.

Handlungsschritte als Video:

Santa bei der Interaktion mit Nancy:

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Santa und Mc Dreamy im Spiel:

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Santa und Mc Dreamy in der Freizeit:

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Frodo und Bolle im Spiel:

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Ich glaube, jetzt hast du einen guten Einblick, was du deinem Hund damit alles vermitteln kannst. Es wird dadurch sehr klar und leicht.

ACHTUNG!

Doch ganz wichtig ist nochmals das Folgende: Alles, was es bei dir generell nicht gibt und wobei dein Hund sich oder Andere gefährden könnte, gibst du vorher nicht frei und das beendest du demnach auch nicht mit dem Abbruchsignal. Dazu kann der Verzehr von Hundekot, das Zerstören deiner Möbel oder sonstiges ungehöriges Verhalten zählen, was nicht in dein Leben passt. Was für dich dazu zählt, ist ganz individuell. Das regelst nur du selber.

In solchen Situationen reagierst du sofort und ohne Diskussion. Dieses Verhalten empfehlen wir dir nachhaltig zu stören. Das sollte so erfolgen, dass der Hund diese Situationen später meidet. Ja, hierbei möchten wir wirklich ein Meideverhalten erzielen. Warum?

Wir möchten es vermeiden, dass der Hund sich oder andere in Gefahr bringt. Oft ist das eine lebensverlängernde Maßnahme, zum Beispiel beim Fressen von Unrat oder bei Giftködern.

Dazu darf es Not passieren, dass du in diesen Situationen das Abbruchsignal ständig strapazierst. Nicht das dein Hund zum Schluss glaubt, er hat einen neuen Namen und er heißt jetzt Ende. So und nun viel Freude damit…

Herzliche Grüße Kai

„Damit Mensch und Hund sich verstehen”