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Das Stehen

Ein gemeinsamer Standpunkt ist die Basis

Das Stehen ist die Basis für alle weiteren Bewegungsformen. Hier lernst du einen klaren Ablauf, den du deinem Hund vermittelst und über dem du ihm später fast die ganze Welt erklären kannst. Daher ist diese Basis mit das wichtigste Ding in eurem Miteinander.

Zwei Räume – Vertrauenszone und Handlungszone

Es gibt zwei Räume oder Radien. Der Erste, die Vertrauenszone, ist in deiner Nähe, also um dich herum. Da ist alles schön und in dieser Nähe ist der Hund nicht nur sicher, sondern er muss sich wohl fühlen und braucht sich um nichts zu kümmern. Dieser Raum endet da, wo du deinen Hund weder mit dem Fuß noch mit der Hand erreichen kannst.

Der zweite Raum ist die Handlungszone. Dieser beginnt ab dem Bereich wo du deinen Hund nicht mehr erreichen kannst und er endet bei ca. 3 Metern um dich herum. Da gehört der Hund nur hinein, wenn du ihn aktiv in die Freizeit schickst, also diesen Raum für ihn frei gibst.

Die Informationen

Um diese Zonen zu erklären benötigst du:

Zwei Richtungsinformationen für Richtig und für falsch. Richtig kann zum Beispiel ein ruhiges Prima sein und falsch ein energisches Stopp. Dazu noch das Verständnis der Motivprogramme deines Hundes. Also, was möchte dein Hund vermehren und was möchte dein Hund vermindern. Was findet er an- und was unangenehm. Dazu ein gut sitzendes Halsband, ein Geschirr und eine Leine die gut in der Hand liegt, am besten nur mit einem Karabiner und ohne viele Ösen, von ca. 3 Meter Länge.

Der Ablauf

Der Hund steht bei dir und du informierst ihn über ein Prima, dass das genau richtig ist. Dazu kommt jetzt etwas was er gut leiden kann. Das kann ein streicheln an der Brust sein oder auch ein Stück Käse oder eben genau das was er angenehm findet.

Der Hund entfernt sich von dir aus der Vertrauenszone. Du bleibst stehen und wirst zum Baum. Sofort kommt deine Information Stopp, gefolgt von einer Störung die dein Hund nicht angenehm findet. Das kann akustisch sein, zum Beispiel das Schlagen mit der Leine an deine Jacke oder ein deutliches Aufstampfen mit dem Bein. Also immer etwas was genau dein Hund nicht als angenehm empfindet.

Durch die Störung wird der Hund sich zu dir zurück orientieren und auch zu dir zurückkommen. Ist er bei dir gelandet, zählst du ruhig bis drei, informierst ihn über Prima, dass das die richtige Lösung ist und es geschieht etwas, was ihm sehr angenehm ist.

Bei diesem Ablauf hast du den Hund immer am Halsband und über diesen Ablauf bist du dafür verantwortlich, dass kein Zug auf dem Hundehals entsteht. In Momenten wo ihr dieses Thema gerade nicht besprecht, empfehle ich dir deinen Hund am Geschirr zu sichern. So ist wirklich klar, dass du dir das Ergebnis nicht wieder über Zug am Halsband zerstörst. Das Geschirr ist also dein Notprogramm und eine ganz klare Freizeitführung, die später nicht mehr nötig sein wird.

Die nächsten Schritte

Verlässt dich dein Hund wieder, wiederholst du den beschriebenen Vorgang erneut. Bleibt dein Hund bei dir, entfernst du dich vom Hund. Du verlässt die Vertrauenszone. Kommt der Hund selbständig in diese zurück ist alles wieder Prima. Falls nicht, geht es wieder über die Vermittlung in Richtung Stopp.

Erhöhung der Schwierigkeit

Das Ziel ist später, dass dein Hund mit dir in allen Reizlagen stehen kann. Ist der Ablauf für dich klar und hat dein Hund diesen schon verinnerlicht, kannst du schon die Ablenkung erhöhen. Wenn du stehst, kannst du zum Beispiel einen Ball von dir wegrollen oder eine Person kann deinen Hund von dir weglocken. Verlässt dich dein Hund geht es über die Schritte des Stopp weiter, bleibt er bei dir, bleibst du auch im Prima.

Wichtig

Fordere nicht das Zurückkommen zu dir nach einer Störung, indem du den Hund ansprichst und dein Signal für „komm zu mir“ benutzt. Es soll wirklich die Lösung deines Hundes werden.

Beginne in einer Atmosphäre wo euch keiner stört und wo DU dich sicher fühlst.

Lass keine Situation aus, das Stehen zu vermitteln. Nutze auch die Wohnung, das Treppenhaus, die Tiefgarage, den Garten, die Hunderunde, vor dem Auto usw.

Pass die Störung individuell an deinen Hund an, ein zu viel ist genauso wenig zielführend wie ein zu wenig. Das betrifft auch das Lob. Auch hier ist es wichtig genau den Charakter deines Hundes zu treffen und es sollte immer die Ruhe im Vordergrund stehen.

Viel Erfolg

Ist dir dieser Ablauf in Fleisch und Blut übergegangen, kannst du ihn auch gern mit einem Signal belegen. Zum Beispiel kannst du immer wenn du stehst GEMEINSAM sagen. Das wird noch mehr an Klarheit bringen und du kannst dieses Signal dann auch mit in die Bewegung nehmen. Gemeinsam bedeutet dann, der Hund bleibt in der Vertrauenszone, egal ob du stehst, gehst oder rennst.

Alles klar? Dann wünsche ich dir viel Erfolg bei der Umsetzung. Hast du dazu Fragen oder passiert etwas, was hier nicht beschrieben ist, melde dich bitte SOFORT bei mir, damit wir die Unklarheiten besprechen können. Dazu kannst du gern anrufen, mir auf den Anrufbeantworter sprechen, mir eine SMS – WhatsApp oder Email senden. Ich melde mich dann bei dir. Versprochen

Herzliche Grüße Kai

„Führung braucht Vertrauen“