Vertrauen lohnt sich


Vertrauen Hundetrainer Dresden Kai Hartmann

VERTRAUEN

„Einen sicheren Freund erkennt man in unsicherer Sache“
Marcus Tullius Cicero

Das Urvertrauen des Hundes in seinen Menschen zu stärken ist ganz einfach. Über den Weg der Domestikation hat der Hund gelernt, sich dem Menschen anzupassen und auf einige der menschlichen Angewohnheiten zu achten. So können unsere Hunde zum Beispiel Zeigegesten der Hand in aller Regel sehr gut deuten und sich auch daran orientieren.

Liebe und Streicheleinheiten

Mit gemeinsamen ruhigem Kuscheln und Streicheln bringen wir dem Hund unsere Zuneigung zum Ausdruck. Richtig eingesetzt, werden sie dem Hund immer den Weg hin zu seinem Menschen vermitteln. Kuscheln und Streicheln sind jedoch noch weitaus mehr als das Zeigen von Zuneigung – sind wertvolle Instrumente in der Hundeerziehung. Warum? Zu oft laufen Hunde ihren Menschen an, um sich eine kräftige Portion Beachtung abzuholen. Einfach so. Von sich aus. Dabei regeln sie für sich ganz selbstverständlich die drei großen W in ihrem Sinne:

Was? Bitte beachte mich. Streichle mich.
Wann? Bitte mach es jetzt gleich, sofort und schnell.
Wo? Bitte hier genau an dieser Stelle, an der ich jetzt stehe.

Deshalb sollten wir unbedingt ein sehr wachsames Auge auf die drei großen W haben. Haben wir dies nicht und sind nicht in der Lage, der Versuchung auch einmal zu widerstehen, kann vom Hund sehr schnell ein Kreislauf in Gang gesetzt werden, der hochmanipulativ ist und einer Gemeinsamkeit später eher im Wege stehen wird.

Gemeinsam durch dick und dünn

Der wichtigste Pfeiler zum Aufbau von Vertrauen sind gemeinsame Erlebnisse. Das ganz normale Hundeleben eben und im Besonderen auch „Hundextremsituationen“ die außerhalb des normalen liegen. Das kann im ersten Schritt ein Balancieren über einen Baumstamm sein, wobei der Hund über den Körper seines Menschen Sicherheit erfährt. Dafür sorgen in dieser wackeligen Situation ruhig eingesetztes Lob und ein herzliches Abstreichen des Hundes. Weitere Elemente können das erste Treppensteigen auf „offenen“ Treppen, die erste gemeinsame Fahrt im Aufzug oder ein Trip mit Bus oder Bahn sein. Aber auch andere Sachen sind möglich, die Mensch und Hund fordern, wie zum Beispiel alle vier Hundepfoten auf vier umgedrehte Blumentöpfe zu stellen oder bei kleineren Hunden alle vier Pfoten in vier leeren Joghurtbechern zu platzieren. Alles ist möglich – je verrückter, desto besser.

Vorbereitung ist alles

Am sinnvollsten sind Übungen, die dem Hund in späteren Situationen eine gewisse Sicherheit durch Vertrautheit vermitteln. So kann ich dem Hund das Tragen eines Beißkorbes, einer Halskrause oder auch das Anlegen eines Verbandes nur noch halb so schlimm gestalten, indem ich ihn rechtzeitig auf den Ernstfall vorbereite. Parallel dazu ist es wichtig, dass der Hund sich an allen Körperstellen anfassen und untersuchen lässt. Im ersten Schritt von seiner Bezugsperson und später sollte dies auch durch fremde Menschen möglich sein. Aber auch die Übergabe des Hundes aus den Armen seines Menschen in die Arme einer bekannten und später auch einer fremden Person ist eines von vielen möglichen Szenarien.

Grenzen, Lob und Tadel

Viele Regeln unserer Menschenwelt sind so überhaupt nichts für unsere Hunde. Die Reaktionen darauf sind aus hündischer Sicht meist völlig in Ordnung, passen aber nicht immer zu unseren Vorstellungen. Auch hier können wir wieder viel am Vertrauen arbeiten. Wenn wir die richtigen Anlagen schaffen, damit der Hund die Lösung zum gewünschten Verhalten selbst finden kann, wird er seine eigenen Lösungen später selten in Frage stellen. Ich unterstütze meine Hunde dabei, ähnlich wie beim Topfschlagen, mit einem klaren Leitsystem, das es ihnen ermöglicht den richtigen Weg selbst zu finden. Selbstverständlich muss auch Fehlverhalten begrenzt, abgestellt und wenn nötig unter Tadel gestellt werden. Werde ich hier zu einem verlässlichen und fairen Partner, ist wieder ein entscheidender Schritt zum Vertrauen geschaffen.

Viele Teile ergeben das Ganze

Alle oben genannten Möglichkeiten sollten nicht für sich alleine stehen, sondern im alltäglichen Umgang miteinander stattfinden. Hunde erkennen Trainingssituationen sehr gut. Deshalb ist es umso wertiger für den Hund, wenn er das Versprechen seiner Menschen erhält: das ist jetzt immer so, darauf kannst du dich verlassen. Das beginnt bei der Leinenführigkeit und endet beim Tierarztbesuch.

Einladung

Ab Juli gibt es zu diesem Thema für Sie jeden Monat einen Intensivworkshop. In zwei Stunden werden wir gemeinsam an Ihrem „Vertrauensschlüssel“ arbeiten, an einem Ort, den die meisten Hunde nur allzu gern schnell wieder verlassen möchten: beim Tierarzt, im Wartezimmer und auf dem Behandlungstisch.

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