Sicherheit auf der Schnauze


Maulkorbtraining Hund Hundetrainer Dresden Kai Hartmann

Maulkorbtraining

Situativ ist es sehr sinnvoll, den eigenen Hund über einen Maulkorb absichern zu können. Sei es im Urlaub bei einer Busfahrt, nach einer Wanderung in der Bahn oder auch beim Tierarzt. Gerade in stressigen Situationen, zum Beispiel nach einer Verletzung mit starken Schmerzen – tiefe Schnittwunde an der Pfote, bringt es zusätzliche Sicherheit bei der anschließenden Behandlung und kann unter Umständen dem Hund auch eine Narkose ersparen, welche nicht immer unbedenklich und auch belastend für den Hundeorganismus ist. Auch bei der Verbesserung zum Thema Artgenossenkontakte kann so ein Maulkorb große Sicherheit bringen und einen Umlernprozess überhaupt erst möglich machen.

Dazu ist die Arbeit mit dem Maulkorb ein schönes Spiel mit deinem Hund und später kannst du so auch ein „Maulkorbspiel“ daraus machen um dieses Thema ein Hundeleben lang zu vertiefen. So hast du eine echt sinnvolle Beschäftigungsmöglichkeit mit einem praktischen Mehrwert im Bereich der Sicherheit – ein gutes Ding!

Schöne Gefühle

Den Maulkorb muss dein Hund nur mit positiven Gefühlen verknüpfen und er muss seine Schnauze freudig in der Korb stoßen und am besten will er diesen nicht mehr hergeben – der Maulkorb auf der Schnauze ist das Tollste der Welt. Somit empfehle ich dir dieses Training ausschließlich über angenehme Strukturen deinem Hund zu erklären. AUSNAHME: Ist ein Hund kurzfristig, also sofort, zu sichern – zum Beispiel nach einem schweren Unfall oder bei einer Sicherstellung usw., ist dafür keine Zeit und diesem Fall geht nur eins – Maulkorb drauf ohne Diskussion und Ende. Doch auch dabei sollte Hektik vermieden und in Ruhe agiert werden.

Euer Weg in sechs Schritte zum Maulkorb

Im Folgenden beschreibe ich dir kurz die einzelnen sechs Schritte zur Gewöhnung an den Maulkorb. Nimm dir dafür genügend Zeit und beachte die Aufnahmefähigkeit deines Hundes. Es gibt Hunde, die schaffen alle Schritte an einem Stück und finden ihren Korb nach 30 Minuten so toll, dass sie diesen nicht mehr absetzen wollen und es gibt Hunde die brauchen länger. Teile dir also die Schritte passend für euch ein.

1. Begehrlichkeit herstellen

Beschäftige dich selber mit dem Maulkorb. Zeige ihm deinen Hund, spiel damit, lass aber keinen Kontakt vom Hund zum Maulkorb zu. Du kannst ihn auch kurzfristig an einer Stelle ablegen wo ihn dein Hund sieht aber nicht erreichen kann. Der Korb muss etwas ganz besonderes für dich sein, mit einer enorm hohen Begehrlichkeit. Dieses Ding bewegt sich immer vom Hund weg und nicht auf den Hund zu.

2. Das erste Mal

Jetzt ist Zeit, dass dein Hund das erste Mal seine Schnauze in den Korb stecken darf. Nimm den Korb dazu in die eine Hand und schiebe mit der anderen Hand von außen ein Lieblingsfutterstück in den Korb. Das darf sich dein Hund jetzt aus dem Korb nehmen. In diesem Moment lobst du den Hund auch verbal. Hat er das Futterstück aufgenommen, ziehst du sofort blitzschnell den Korb wieder von der Schnauze herunter und weg vom Hund. Jetzt auch keine verbales Lob mehr und kein weiteres Futter. Also Korb auf der Schnauze ist Lob und Futter – Korb weg von der Schnauze ist Ruhe. Diesen Vorgang ganz dynamisch oft wiederholen, bis der Hund verstanden hat: im Korb ist es angenehme = Lob + Futter.

3. Halten, Halten, Halten

Nun kannst du weitere Futterstücke von außen nachlegen und dein Hund sollte schon im Korb warten wann es weitergeht mit Lob + Futter. Dabei kannst du mit leichtem Druck den Korb auf der Schnauze halten beim Nachlegen des Futters von außen. Mal fütterst du 3 Stücke, dann 5 oder mal 10 – wichtig immer unvorhersehbar. Auch jetzt gilt: nach Abnahme des Maulkorbes ist Ruhe. Kein nachloben und keine Fütterung wenn der Korb ab ist.

4. Das Signal einführen

Bis du soweit führst du ein Signal ein. Mein Signal zum Beispiel ist sicher. Es geht jedes Wort, was dir gefällt. Also auch Katze, Raumschiff oder toller Hund. Ziel ist, dass der Hund später weiß was bei diesem Signal zu tun ist – Schnauze in der Korb stecken und Futter und gute Gefühle abholen.

5. Festmachen

Noch hast du den Korb nicht am Hund verschlossen. Das folgt jetzt. Ist das Signal gut verknüpft, wird der Korb das erste Mal am Hund verschlossen und mit den Riemen fest gemacht. Dabei ganz ruhig agieren und weiterhin loben und füttern. Ist der Korb fest montiert, gleich wieder lösen und diesen Schritt wiederholen.

6. In die Bewegung

Jetzt setzt du dich mit dem Hund langsam in die Bewegung. Dazu empfehle ich dir, immer alle Schritte wie oben beschrieben, unter 1 bis 5, durchzugehen bis zum Festmachen am Hund. Dann geht ihr ein zwei Schritte gemeinsam. In dieser Zeit loben und wieder Futter von außen. Vielleicht kann dein Hund einen Trick, es kann auch Sitz oder Platz sein, mach das mit ihm und dabei immer verbales, herzliches Lob und Futter. Möchte er sich den Korb dennoch abstreifen unterbindest du das mit eurem Abbruchsignal.

Wie geht es weiter?

Über diese sechs einfachen Schritte bekommt dein Hund ein erstes Gefühl für die Schönheit des Maulkorbes, den er später nur noch auf- und ungern wieder absetzen möchte. Jetzt kannst du diese sechs Schritte ganz oft mit deinem Hund durchführen und dabei immer die Zeiten in allen Bereichen verlängern.

Ziel ist am Ende, ein freudig seine Schnauze in den Korb steckender Hund, der dabei kein gedeckeltes Verhalten zeigt. Sein natürliches Wesen sollte erhalten bleiben mit einer kleinen Nuance der freudigen Erregung.

Ich wünsche dir viel Freude bei diesen ersten sechs Schritten. Zur späteren Vertiefung in das Maulkorbspiel begleite ich dich gern persönlich in einem Einzeltermin oder im Rahmen eines Klein & Fein Seminars zu diesem Thema.

Bis dahin, eine schöne sicher Zeit, herzliche Grüße Kai

„Führung braucht Vertrauen“

 

 

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