Hundeinternat


Hundeinternat

Erziehungsgehilfen – Auf in das Hundeinternat

Kommst du mit deinem Hund nicht mehr klar, quartiere ihn für vier bis sechs Wochen in ein Hundeinternat ein. Da wird er top erzogen und du bekommst einen ganz leicht führigen Hund zurück. Ganz einfach eigentlich! Es kostet nur etwas Geld und schwupp läuft dein Hund perfekt in der Spur.

Erziehung oder Ausbildung

Was passiert da und womit wird geworben?

In den Angeboten klingt es dann oft so: „Wir erziehen Ihren Hund zu einem folgsamen Partner und Begleiter. Liebevoll, Artgerecht, individuell nach Ihren Wünschen. Hierfür bieten wir Ihnen 3 verschiedene Ausbildungsvariationen je nach individuellen Bedürfnissen Ihres Hundes. Es werden Grundbefehle, wie z.B. Sitz, Platz, Fuss und das Gehorchen auf Ruf oder Pfiff, mit und ohne Leine erlernt, die Angst- und Aggressionsresozialisierung, sowie das Abgewöhnen von Jagdverhalten. Die beste Zeit zur Erziehung ist ab dem 5. Lebensmonat, da der Hund zu dieser Zeit seine Triebanlagen entwickelt. Natürlich können auch älteren Hunden Unarten aberzogen werden.“

Aus meiner Sicht gibt es da schon große Unterschiede zu beachten. Erziehung regelt das Miteinander in der sozialen Gruppe und es werden Regeln sowie Grenzen definiert. Das bedarf absoluter Zielklarheit auf der Seite des Menschen. Was will ich wirklich? Hierbei sollte der Mensch im Mittelpunkt stehen, sich über herzliches Lob und klare Grenzen in diese Beziehung einbringen. Beziehung ist immer Kommunikation.

In der Ausbildung hingegen lehre ich dem Hund ganz klare Bewegungsabläufe und stelle diese unter Signal. Ich vermittel dem Hund also was er genau tun soll. Von der Sache her muss ich dem Hund weder das Sitz noch das Platz beibringen, denn das kann er schon. Er kann sich hinlegen und auch setzen. Ich muss ihm nur vermitteln wann er es zu tun soll, also auf welches Signal hin, wo, wie schnell und wie lange.

Sinn oder Unsinn

Ist das Hundeinternat nun sinnvoll? Das kann generell nur mit einem ganz klaren Jaein beantwortet werden.

Im Bereich der Ausbildung bei (zum Beispiel zum Jagdhund, zum Hütehund u.ä.) ist diese Möglichkeit schon lange verbreitet und danach kommt der Hund zurück zu einem Menschen, der seinen Hund in diesen Bereichen als Gebrauchshund einsetzt. Dieser Mensch weiß genau was er zu tun und zu lassen hat. Er ist meist Profi in diesem Bereich.

Bei Erziehungsdefiziten halte ich es persönlich nicht für zielführend. Der Hund wird sich bei absoluter Zielklarheit schnell dem Trainer anpassen. Fehlt diese Person dann später als verlässlicher Anker im Alltag, fällt dieses Verhalten schnell wieder zusammen und der Hund kehrt in sein altes Muster zurück. Dieser Hundetrainereffekt ist schnell erklärt, keine Zauberei, hilft dir aber nicht im Ansatz weiter.

Es gibt aber auch hier wieder eine andere Sichtweise. Ist das Verhalten zu sehr stark eingebrannt und der Mensch dreht sich mit seinem Hund im Kreis, kann es notwendig sein beiden Parteien mal etwas zu trennen und auf einen Neustart vorzubereiten. Im Anschluss oder in der Zwischenzeit muss sehr viel mit dem Mensch gearbeitet werden, damit er seine alten Sichtweisen und Strukturen überdenkt. Das bisherige Verhalten ist immer durch ihn entstanden und nur er kann seinem Hund jetzt auch wieder ganz neu auf Augenhöhe begegnen.

Lernphase

In der Lern- und Umorientierungsphase bedarf es wie oben schon geschrieben sehr viel mehr Arbeit mit dem Mensch als mit dem Hund. Der Mensch lernt und soll im Lernprozess seinem Hund schon neues Verhalten zeigen. Ein schwerer Weg. Doch es ist möglich und es ist schön diesen Weg mit seinem Hund gemeinsam zu gehen.

Sollte ein erster Schritt eine räumliche Trennung über den Weg im Internat sein, ist es unbedingt notwendig parallel auch den Menschen zu stärken. Alte Strukturen müssen aufgelöst und neues Verhalten erarbeitet werden und das eben auf beiden Seiten, beim Mensch sowie beim Hund.

C.A.R.E.

Dieser Prozess muss jedoch nicht zwangsläufig extern erfolgen. Das kannst du auch ganz gut direkt und nachhaltig bei dir vor Ort selber durchführen. Sozusagen als Neustart, wie bei einem Computer. Alle System auf Anfang zurücksetzen und neu hochfahren. Nach etwas Ruhe tritts du deinem Hund völlig neu entgegen, so als wäre er den ersten Tag bei dir. Dazu wird dich eine engmaschige Betreuung vor Ort gut unterstützen und das ist auch notwendig, denn dieser Neustart ist für Mensch und Hund ein wichtiger Schritt der funktionieren muss. Diesen Vorgang kannst du mit deinem Hund nicht ständig wiederholen.

Unter dem oben genannten Begriff C.A.R.E. gibt es dazu Ideen die gut funktionieren. Auch Eric Aldington beschreibt in seinen Büchern Wege und Ansätze die möglich sind.

Mein persönlicher Weg

Ich würde es immer selber tun und mir an Punkten wo ich nicht weiterkomme einen Profi aus dem jeweiligen Bereich an meine Seite holen. Natürlich habe ich mehr Zeit dafür und lebe genau dieses Thema, es ist mein Leben.

Fazit

Für dich als Familienhundehalter gibt es verschiedene Wege die möglich sind und gut abgewägt werden sollen. Was für mich passt, muss nicht für dich passen und was für den einen Hund gut ist, kann für den anderen Hund überhaupt nicht hilfreich sein. Diese Individualität muss im Vorfeld sehr genau beleuchtet werden. Es bleibt also bei meiner ganz klaren Empfehlung des Jaein im Bereich der Erziehung.

Herzliche Grüße, Kai

„Führung braucht Vertrauen“

 

 

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