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Der Einstieg in deine Mensch-Hund-Beziehung

Beziehung – Was ist das überhaupt?

Heute verrate ich dir, wie du in drei einfachen Schritten noch enger mit deinem Hund zusammenwächst. Es geht um deine Mensch-Hund-Beziehung.

Beziehung ist in allererster Linie Kommunikation und baut auf dem Sender-Empfänger-Prinzip auf. Damit du mit deinem Hund überhaupt in eine Beziehung starten kannst, ist die wichtigste Voraussetzung, dass er auf dich als Sender reagiert.

Einfach überhört

Überhört dein Hund partout dein Rufen, wenn er ganz vertieft am Wegesrand schnüffelt oder ausgelassen mit anderen Hunden über die Wiese tobt? Reagiert er nicht auf seinen Namen?

Die große Frage ist dann: Will er nicht oder kann er nicht?

Fakt ist: Dein Hund kann dich in dieser Situation überhaupt nicht hören. Die Konzentration auf seine olfaktorische Aufgabe, das Schnüffeln, oder auf seine visuelle Aufgabe, das Verfolgen von Bewegungsreizen, blockiert in diesem Augenblick die Aufnahme und Verarbeitung von akustischen Informationen. Dein Hund ist einhundertprozentig bei der Sache – nur eben bei einer anderen als du. In dieser Situation findest du keinen Zugang zu deinem Hund, er nimmt dein Gesprächsangebot nicht an.

Uns Menschen würde das übrigens ganz genauso gehen. Stell dir vor, du bist ganz vertieft in ein spannendes Buch und jemand spricht dich an. Reagierst du dann immer sofort? Oder merkst du manchmal gar nicht, dass du es bist, der/die gemeint ist? Genauso ergeht es auch deinem Hund in dieser Situation.

In drei Schritten zur offenen Beziehungs-Tür

In drei immer gleichen Schritten wirst du es innerhalb von drei Tagen schaffen, dass dein Hund dir in solchen Situationen trotzdem einen Zugang zu sich reserviert und dir somit immer eine Beziehungs-Tür offen hält.

  1. Du sprichst deinen Hund freundlich, ruhig und leise an. Das setzt voraus, dass er vorher seinen Namen schon kennengelernt hat und weiß, dass er damit gemeint ist. Reagiert er darauf, hört er von dir sofort ein herzliches, verbales Lob.
  1. Reagiert dein Hund nicht, unterbrichst du seine Aufmerksamkeit auf die Aufgabe, mit der er sich gerade beschäftigt. Dazu nutzt du einen Störer oder Unterbrecher. Das kann ein Fingerschnippen, ein Klatschen in die Hände oder auch ein deutliches Schlagen mit der Hand an dein Hosenbein sein. Daraufhin wird der Hund seine Aufgabe unterbrechen und dich anschauen. Dann hört er von dir sofort wieder ein inniges Lob, in dem auch sein Name einmal vorkommt.
  1. Ist dein Hund nicht von seiner Aufgabe zu lösen, dann gehst du ganz ruhig und freundlich zu ihm hin, tippst ihm auf die Schulter oder berührst ihn an einer anderen Körperstelle. Wendet er sich dir daraufhin zu, stimmst du sofort wieder in dein Lob ein und nennst seinen Namen.

Das ist schon alles und es ist ganz einfach. Damit wird dir dein Hund immer einen Zugang zu sich offen halten und du kannst mit ihm in eine Kommunikation treten. Ganz nebenbei wird er sich dadurch immer mehr an dir orientieren und dir im Laufe des Tages vermehrt auch Angebote zum Einstieg in eure Beziehung machen. Diese darfst du freudig annehmen, damit ihr schnell zu einem festen Team zusammenwachst.

Stolpersteine umgehen

Um euren Erfolg abzusichern, solltest du einige Dinge beachten.

Du wiederholst seinen Namen nicht. Sprich ihn ein einziges Mal mit seinem Namen an, danach folgt dein Lob. Ab Stufe zwei wiederholst du seinen Namen dann noch einmal während des Lobs.

Zum Beispiel:

„Waldi!“ Reaktion! „Super, klasse, prima!“

„Waldi!“ Keine Reaktion! Unterbrecher! Reaktion! „Super, klasse, prima, der Waldi!“

„Waldi!“ Keine Reaktion! Unterbrecher! Keine Reaktion! Gang zum Hund, Berührung! Reaktion! „Super, prima, klasse, der Waldi!“

Achtung! Am Anfang darf es für deinen Hund keine Lösung sein, sich einfach von dir zu entfernen, wenn du in die Kommunikation mit ihm einsteigen willst. Daher startest du diesen Einstieg an der Leine, eine Länge von drei Metern ist dafür sehr gut. Will er sich entfernen, wenn du ihn ansprichst, blockierst du mit der Leine nur sein Weggehen, du ziehst ihn aber niemals zu dir heran. Später erfolgt der Ablauf ohne Leine und in der Entfernung. Nutze dafür am Anfang, nachdem die Leine entfallen ist, einen Raum mit einer Begrenzung, zum Beispiel einen eingezäunten Garten oder Ähnliches.

Starte in Situationen, die du meistern kannst. Am Anfang in der Wohnung, im Treppenhaus, im Auto usw. Steigere dich erst, wenn du dich sicher fühlst, den Reiz hin zum Schnüffeln, Spielen oder Fressen unterbrechen zu können. Je mehr Sicherheit du selbst gewinnst, umso mehr transportierst du diesen Ablauf in alle Bereiche eures Miteinanders.

Fordere den Einstieg in diese Kommunikation nicht zu oft. Zu Beginn sind 10 bis 15 Wiederholungen über den Tag verteilt ausreichend.

Ziehe den Hund nicht von seinen Aufgaben ab. Nach einer Reaktion in deine Richtung darf er sofort weitermachen mit seinen Wichtigkeiten. Das bedeutet, dass das Rufen seines Namens nicht bedeutet, dass er alles unterbrechen und sofort zu dir kommen soll. Tut er das allerdings von sich aus, kannst du gleich den Rückruf festigen, doch dazu mehr in einem separaten Bericht.

Fordere nur eine Reaktion, wenn du das Training bis Schritt drei durchziehen kannst. Das ist der bedeutendste Teil und überaus wichtig.

Ein völlig neues Level

Die konsequente Durchführung dieses Ablaufs wird euch auf ein neues Level eures Miteinanders heben. Der Aufbau muss geprägt sein von Klarheit und Freundlichkeit. Du trittst deinem Hund nur wohlwollend gegenüber. Auch wenn es auf Stufe eins mal nicht sofort klappt, bleibst du beharrlich bei der Sache.

Am Anfang ist es völlig ausreichend, wenn sich ein Ohr in deine Richtung dreht. Dem werden schnell Augen und Nase folgen, danach der Kopf mit dem gesamten Körper, und bald wird sich dein Hund bei der Ansprache gern nach dir ausrichten, um nichts zu verpassen.

Nun haben dein Hund und du eine weitere Möglichkeit kennengelernt, wie ihr in eurer Mensch-Hund-Beziehung miteinander kommunizieren könnt. Denn Kommunikation ist alles und ohne Kommunikation ist alles nichts!

Viel Erfolg!